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2002

Abschlussbericht "Antenne Deutsch/Land 2002"

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Zu Beginn des Kurses wurde deutlich, dass sich die Sprachkompetenz (in Deutsch) der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einem hohen Niveau befindet. Dies ermöglichte nicht nur einen intensiven Meinungs- und Erfahrungsaustausch in der Gruppe und während der einzelnen Projektphasen, sondern war auch Voraussetzung für die angenehme Atmosphäre innerhalb der Gruppe während des Programms. Das Seminarprogramm diente dazu, die Sprachfähigkeiten im Bereich Mediensprache Deutsch auszubauen, Experteninformationen (zu Medien-Themen) zu vermitteln, an Trainingssituationen (Interviews im Hörfunk - Training zu kommunikativen Techniken) teilzunehmen, individuelle Präsentationsformen (anhand mitzubringender Radioporträts) zu üben etc. Dabei wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder aktiv gefordert (Workshops/Erkundungen), rezeptive Seminarformen hatten eine eher untergeordnete Bedeutung.

Die Expertengespräche wurden jeweils tags zuvor in der Gruppe vorbereitet. Die aus der Vorbereitungsphase erarbeiteten Fragestellungen trugen wesentlich zu einem intensiven und konstruktiven Dialog mit den Referentinnen und Referenten in den Gesprächsrunden bei.

So wurden u.a. Themen wie "Lokalfunk in NRW - Aufbau und Organisation, Reichweitenanalyse im Lokalfunk", "Arbeitsalltag in einer Lokalredaktion", "Bundestagswahlkampf in den Medien (Hörfunk)", "Interviewtraining", "Neue Techniken - DAB/DRM - wann beginnt/was bringt das neue Hörfunkzeitalter?" von Referenten und Referentinnen präsentiert. Weitere Themenschwerpunkte waren u.a. "Die deutsche Medienlandschaft" (als Rechercheaufgabe in der Mediothek in Arbeitsgruppen), "Deutsche Berufs- und Arbeitswelt" sowie "Jugend und Kultur".

Das praktische Training an der Deutschen Hörfunkakademie in Dortmund (www.hoerfunkakademie.de) umfasste acht Tage, in denen geübt und Kenntnisse vermittelt wurden. Im Mittelpunkt standen: das Erstellung einer Musikfarbe, das Format, die O-Töne, Teaser, Aufsager, Intro/Ramp, das Backtiming, Nachrichten schreiben, Formate, Nachrichtensprache, Überblick über radiopho-ne Formen, journalistisches Texten - Radiosprache Deutsch, On-Air-Design (Verpackungselemente und ihr Einsatz im Formatradio) und praktische Übungen an analogen und digitalen Schnittplätzen sowie im voll digitalisierten Studio. Ein weiteres Highlight war die Planung/Vorbereitung einer Live-Sendung (sowie Fertigstellen von Beiträgen), die zum Abschluss des Seminars im Offenen Kanal Dortmund über den Äther gegangen ist. Diese Projektphase wurde aufgrund der sehr großen Nachfrage und der Rückmeldungen des vergangenen Kurses zeitlich und inhaltlich weiter ausgebaut.

Die Hörfunkakademie verfügt über die deutschlandweit einzigartige Möglichkeiten, diese Fähigkeiten in separaten Seminarbausteinen zu trainieren und erwies sich wiederum als exzellenter Partner für diesen Kurs. Mit der Journalistin Uschi Wienken stand die ganze Woche eine eigene Trainerin für die Gruppe zur Verfügung. Darüber hinaus wurden mit Claudia Wiese, Michael Thielen und Mark Schubert drei weitere Referenten als Experten gewonnen.

Während des Praktikums an einer lokalen Rundfunkstation hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, an Redaktionskonferenzen teilzunehmen, Aufgaben zu übernehmen, O-Töne zu recherchieren und zu schneiden, (An-)Moderationen und Nachrichten vorzubereiten, Interviews durchzuführen, an Pressekonferenzen teilzunehmen und andere Termine wahrzunehmen und eigene Beiträge - für die deutsche Station oder für daheim - zu produzieren.

Die Teilnahme an den Feierlichkeiten zum 3. Oktober in Berlin sowie der Besuch beim "Projektpartner" des Programms, dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in Berlin, bildeten einen weiteren Höhepunkt des diesjährigen Seminars. Insbesondere die sehr interessante Präsentation, der informative Austausch und die Führung durch Frau Petra Kochendörfer vom BPA waren für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr eindrucksvoll. Das Angebot an einer gemeinsamen Stadtführung teilzunehmen sowie die Gelegenheit Kunst und kulturelle Einrichtungen in Berlin kennen zu lernen wurden von der Gruppe intensiv wahrgenommen.

Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum gesamten Programm waren gekennzeichnet von einem sehr positiven Tenor:

  • Die Idee, Journalistinnen und Journalisten aus osteuropäischen Ländern zusammenzubringen, ihnen Gelegenheit zum Austausch zu geben und gemeinsam die deutsche Medienlandschaft, -strukturen zu erkunden, wurde sehr begrüßt.
  • Programme wie "Antenne Deutsch/Land" sind, auch zehn Jahre nach der Wende in den Reformländern, immer noch selten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben uns darauf hingewiesen, wie wichtig solche Weiterbildungsmöglichkeiten nach wie vor sind - gerade vor dem Hintergrund der finanziellen Restriktionen, aber auch wegen der Möglichkeit, mit Kolleginnen und Kollegen zusammenzukommen und ein Netzwerk aufzubauen.
  • Im Hinblick auf die geplante Erweiterung der Europäischen Union vermittelt das Programm für die betreffenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den betreffenden Beitrittsländern einen zusätzlichen Erkenntniswert.
  • Durch erfolgreiche Folgeprojekte wird der Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erweitert und kann für die Vermittlung des Seminars in den Ländern (Multiplikatoren, Weiterleitung Ausschreibungsunterlagen etc.) eingesetzt werden.
  • Das (Sprach-)Training war bedarfsgerecht und setzte bewusst auf seminar-didaktische Formen der Teilnehmeraktivierung.
  • Mancher Teilnehmer kam mit konkreten Arbeitsaufgaben von seinem Sen-der. Insbesondere der Besuch bei den Sendern/ und Institutionen sowie in Berlin bot hier eine interessante Möglichkeit der Berichterstattung für den Heimatsender.
  • Die Seminarteile mit teilnehmerbezogenem Focus wurden stärker bevorzugt als die auf reine Rezeption ausgerichteten Seminarteile.
  • Das Programmangebot insgesamt wurde von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern als qualitativ hochwertig und sehr vielseitig eingestuft. Die Exkursionen zu den Hörfunksendern radio NRW und WDR 2 sowie der Besuch bei Presse- und Informationsamt in Berlin wurden besonders hervorgeho-ben.
  • Die Atmosphäre in der Gruppe wurde ebenfalls sehr positiv bewertet. Die sehr guten Sprachfähigkeiten aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer erleichterten den Austausch und das Zusammenwirken untereinander.
    Das Gemeinschaftsgefühl war insbesondere in der 3. Seminarwoche an der Deutschen Hörfunkakademie sowie während der Tage in Berlin stark ausgeprägt. Hier waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer gemeinsamen Unterkunft untergebracht und der Austausch untereinander konnte im Vergleich zu den anderen Seminarabschnitten noch intensiver geführt werden.
  • Das Praktikum bei den Lokalsendern in NRW wurde mehrheitlich ebenfalls als interessante Erfahrung bewertet. Insbesondere die Begleitung der Kolleginnen und Kollegen in ihrer Tagesarbeit bei einem privaten Lokalsender gewährte einen Einblick über den Redaktionsalltag, der als eine vollkommen neue Arbeitserfahrung erlebt wurde.
  • Bei der gemeinsamen Evaluation der einzelnen Projektphasen gab es eine Reihe von konstruktiven Vorschlägen/Überlegungen, die für die Entwicklung des Programms durchaus diskussionswürdig sind.
    Vielfach angesprochen wurde, dass das Programmangebot z.T. sehr kompakt war und eine Verlängerung des Seminarteils, insbesondere bei der Deutschen Hörfunkakademie, vorgeschlagen wurde. Der Wunsch nach einer Ausweitung des Seminarteils "Deutsche Hörfunkakademie" findet seine Begründung darin, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch mehr praktische Übungseinheiten und Einarbeitung zu weiteren inhaltlichen (Radio-)Themenfeldern als sehr gewinnbringend für ihre journalistische Arbeit in den Heimatredaktionen erachten. Sehr positiv wurde die Planung einer Live-Sendung und Umsetzung der Sendung live über den Offenen Kanal in Dortmund beurteilt.
    Unterschiedliche Erwartungen wurden im Hinblick auf das Praktikum bei einem Lokalsender formuliert. Die Arbeitsabläufe- und -anforderungen im privaten Rundfunk waren für vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ganz neue Erfahrung. Das Erleben und das Kennen lernen des Redaktionsalltags im Lokalfunk in NRW standen daher im Vordergrund der Rückmeldungen. Die praktische, aktive Mitarbeit rückte jedoch bei einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern etwas in den Hintergrund. Denjenigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich individuell sehr gut auf die Situation einstellten, journalistisches Gespür zeigten und aufgeschlossen agierten, gelang es aber, sich auch aktiv einzubringen.
  • Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren während der gesamten Zeit des Fortbildungsprogramms "Antenne Deutsch/Land 2002" sehr motiviert und engagiert. Die vielen interessanten Gespräche, die zahlreichen positiven Rückmeldungen und die ausgesprochen gute Atmosphäre innerhalb der Gruppe haben das Seminarteam für den vergleichsweise hohen organisatorischen Aufwand mehr als entschädigt.