2003
Antenne DEUTSCHLAND 2003 Ein Fortbildungsprogramm für Radiojournalistinnen und -journalisten

- Teilnehmer des Projekts ANTENNE DEUTSCH/LAND 2003
Unsere Seminarteilnehmer sind als Rundfunk-Redakteure wichtige Multiplikatoren, die ihre Eindrücke und Erfahrungen in vielfältiger Form weitertragen. In den Herkunftsländern haben sich z.T. private (Hörfunk-)Medien etablieren können, oder stehen in der Anfangsphase. Die Funktionsweise des dualen Mediensystems sowie der praxisnahe Erfahrungsaustausch mit dem privaten Hörfunk in NRW bilden daher zentrale Bausteine in den einzelnen Programmphasen. Der politische und wirtschaftliche Transformations-Prozess ist in den Ländern der genannten Regionen weiter in der Entwicklung hin zu demokratischen Strukturen, hin zur Meinungsvielfalt. Der verantwortungsvolle Umgang mit den Medien sowie die unabhängige journalistische Arbeit in den Medien spielt in diesem Prozess der Transformation eine zentrale Rolle. Gerade im Hinblick auf die geplante Erweiterung der Europäischen Union (2004) vermittelt das Programm "Antenne Deutsch/Land 2003" für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den betreffenden Beitrittsländern (Polen, Tschechische Republik) einen zusätzlichen Erkenntniswert.
Die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut e.V. ist eine ideale Partnerschaft für das Fortbildungsprogramm "Antenne Deutsch/Land". Mit diesem Programm bringt sich jede Institution mit seinem spezifischen Profil in das Programm ein und setzt so besondere Akzente. Keine der Institutionen wäre in der Lage, ein solches Programm allein durchzuführen. Das vielseitige Programmangebot eröffnet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Möglichkeiten, individuelle Interessen neu zu verknüpfen und für die praktische Arbeit zu Hause zu nutzen. Das Programm stellt keine Einbahnstraße dar. Der Austausch mit den osteuropäischen Kolleginnen und Kollegen, mit den deutschen Fachleuten, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Lokalfunk u.a. trägt zu einem besseren Verständnis der jeweiligen Rahmenbedingungen und Gegebenheiten bei. Dem Auswärtigen Amt www.auswaertigesamt.de sind wir für die erstmalige Unterstützung in 2003 dankbar. Das Angebot der einzelnen Projektphasen wird qualitativ kontinuierlich weiterentwickelt.
Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Auszüge aus dem ausführlichen Bericht
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden zu Beginn des Fortbildungsprogramms gebeten, Ihre Erfahrungen während der Projektphasen aufzuzeichnen und in einem kurzen Erfahrungsbericht zusammenzufassen. Die folgenden drei ausgewählten Berichte geben exemplarisch den Gesamteindruck der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder.
Zdzislaw Wojciech Siolkowski
Im Herbst hatte ich das Glück, Teilnehmer des Seminars "Antenne Deutsch/Land 2003" zu sein. Im Laufe von fünf Wochen habe ich alles mögliche über die Medienlandschaft in NRW gelernt, verschiedene journalistische Übungen gemacht, zahlreiche Fachleute getroffen, viel diskutiert, neue Bekanntschaften geschlossen und mich dabei sehr wohl gefühlt...
Die ersten zwei Wochen im Goethe-Institut in Düsseldorf finde ich aus mehreren Gründen sehr wichtig. Die gute Gastfreundschaft und Atmosphäre halfen, so meine ich, jedem in der Gruppe, sich von Anfang an zurechtzufinden. Das Programm war wirklich voll gepackt, aber auch sehr interessant. Aus beruflichen Gründen fand ich den Besuch bei den deutschen Sendern (radio NRW, Deutsche Welle, WDR 2) sehr wichtig. Ich konnte sehr gut vergleichen wie Hörfunk hier und zu Hause funktioniert. Aber um das alles verstehen zu können, waren mir die Vorbereitungen (der Unterricht im Goethe-Institut etc.) sowie die Expertengespräche sehr hilfreich. Ich hatte Gelegenheit, mich in verschiedenen Diskussionen einzubringen. Die Diskussionsrunden waren sehr informativ. Sie haben mir besser gefallen, als die reinen Vortragsgespräche. Was ich sehr zu schätzen wusste war, dass ich überwiegend als professioneller Partner und nicht als Lehrling betrachtet wurde.
Eine sehr gute Idee war der Überblick der Radioporträts, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminar vorbereitet worden waren. Dadurch konnte ich mich orientieren, was jeder von uns alltäglich macht und für welchen Sender wir arbeiten. Es gab dabei sehr viele Informationen über die Medienlandschaft in den einzelnen Ländern, aus denen wir kamen. Ich hatte viel Gelegenheit darüber zu diskutieren und Meinungen auszutauschen. Das war wirklich sehr interessant!
Sehr wichtig - aber auch angenehm - fand ich das alles, was das Seminar im Rahmenprogramm bot: die Stadtführung in Düsseldorf, die Veranstaltung im Rahmen des Düsseldorfer Altstadtherbstes, die Ruhrgebietstour nach Essen Zeche Zollverein, der Besuch im Kino. Ich habe also einen Eindruck nicht nur von der Medienlandschaft bekommen, sondern auch von der Kulturlandschaft und der Landschaft überhaupt.
Die nächsten zwei Wochen bei der Deutschen Hörfunkakademie finde ich auch gut. Nach dem theoretischen Teil kam die Praxis. Die gemeinsame Produktion der Sendung, bei der sich alle Teilnehmer der Gruppe engagiert haben, war für mich ein Abenteuer. Ganz verschiedene Erfahrungen und Gewohnheiten von unseren Stammredaktionen wurden unter einem Dach vereint. Manche Kolleginnen und Kollegen hatten Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren. Moderation, digitaler Tonschnitt, Produktion von Verpackungselementen - damit hatte nicht jeder von uns schon einmal zu tun gehabt. Die Idee war gut!
Vielleicht könnte man in der Zukunft überlegen, ob einige Aufgaben bei der Hörfunkakademie vielleicht von Anfang an etwas "individueller" gestaltet werden könnten. Jeder Teilnehmer könnte dadurch in der Tat seine journalistischen Fähigkeiten besser einbringen und fortbilden. Sowieso, die Sendung als "Diplomarbeit" bei der DHA finde ich toll! (Auch jetzt, nach vielen Wochen kann ich die Sendung von der CD oder der Videokassette abspielen und schöne Erinnerungen damit verbinden...).
Nicht ohne Bedeutung war der dritte Teil des Seminars - Besuch bei einem privaten Lokalradio. Bei Radio Sauerland in Meschede habe ich viele nette, hilfsbereite Profis getroffen und wurde sehr gastfreundlich empfangen. Ich hatte Gelegenheit, die alltägliche Arbeit in einer professionellen Redaktion zu beobachten, eine Pressekonferenz bei einem deutschen Amt zu besuchen und wieder: Bekanntschaften zu machen, zu diskutieren, Meinungen auszutauschen. Für mich als Journalisten sind solche Erfahrungen unentbehrlich und ich schätze sie sehr hoch ein. Der Aufenthalt bei Radio Sauerland war nicht zu lange, nicht zu kurz. Es gab genug Zeit, um eine Orientierung zu bekommen. Sowohl die Gastgeber, als auch wir als Gäste haben davon profitiert.
"Antenne Deutsch/Land 2003" war für mich ein interessantes, informatives und eindrucksvolles Erlebnis. Der fünfwöchige Aufenthalt in Deutschland war für mich auch aus sprachlichen Gründen sehr, sehr wichtig! Um objektiv zu sein, möchte ich auch auf die sehr gute Organisation des Seminars hinweisen. Alles was die Unterkunft, Tagesplanung, Reisen usw. betraf, funktionierte sehr gut. Kleine Probleme, die aufgetreten sind, wurden schnell und professionell gelöst.
Es war wirklich ein Vergnügen für mich, an der "Antenne Deutsch/land 2003" teilgenommen zu haben.
Henadzi Kesner
Es ist schon etwas Zeit verstrichen, seitdem wir wieder alle zu Hause sind. Das war wirklich eine spannende und sehr interessante Zeit, die wir in Deutschland verbracht haben. Das Seminar finde ich sehr interessant und wichtig. Es gab viel Neues zu sehen und zu erfahren, obwohl die Teilnehmerinnen und Teilenehmer bereits mehrere Jahre im Hörfunk tätig sind. Sehr interessant waren für mich die Besuche bei den Sendern (radio NRW, Deutsche Welle, WDR 2, Radio Siegen). Ich habe dabei viel Neues gesehen. Der Besuch im Landtag NRW, mit der Plenarsitzung, u.a. der Diskussion über "Kopftücher", war sehr interessant.
Was den zweiten Seminarabschnitt bei der Deutschen Hörfunkakademie in Dortmund betrifft, so war das Wichtigste für mich, selbst im Studio zu sitzen und zu versuchen, eine Sendung selbst "zu fahren". Es wäre vielleicht wichtig, dieser Arbeit bei den nächsten Seminaren mehr Zeit zu widmen. Alexander Maus sowie Uschi Wienken sind sehr gute Trainer und können ihr Wissen sehr gut vermitteln. Der einzige Nachteil in Dortmund war, dass es im Vergleich zu Düsseldorf weniger Möglichkeiten gab, abends etwas zu unternehmen.
Der Besuch bei Radio Siegen hat mir auch sehr gut gefallen. Das Kollektiv war sehr nett. Ich hatte Glück, die Arbeit von Steffen Ziegler im Studio zu beobachten und fast drei Stunden seiner "Morgensendung" beizuwohnen. Je nach Nachrichtenlage und Ereignisstand reicht der zeitliche Aufenthalt beim Lokalsendern aus, um sich einen Überblick über Redaktionsalltag in einem privaten Lokalradio zu verschaffen.
Die Betreuer vom Goethe-Institut (Michael Flucht und Heidi Trappmann-Klönne) waren in der ersten Seminarphase wirklich super, immer hilfsbereit und lieb. Im Großen und Ganzen hat es mir sehr gut gefallen.
Drago Vulinovic
Ich habe allen meinen Freunden und Mitarbeitern über meinen Aufenthalt bei bei "Antenne Deutsch/Land 2003" erzählt. Natürlich, der sehr positive Gesamteindruck entstand durch das vielfältige Programmangebot sowie die sehr gute Betreuung/Organisation durch das Goethe-Institut und durch die LfM . Ich bin sehr mit meinem Sender beschäftigt. Das Seminar "Antenne Deutsch/Land 2003" hat mich inspiriert, das Programm meines privaten Radiosenders zu optimieren und manche Neuigkeiten im Programm einzuführen.
