2004
Antenne Deutsch/Land 2004

- Teilnehmer des Projekts ANTENNE DEUTSCH/LAND 2004
Die Seminarteilnehmer sind als Rundfunk-Redakteure wichtige Multiplikatoren, die ihre Eindrücke und Erfahrungen in vielfältiger Form weitertragen.
In den Herkunftsländern haben sich z.T. private (Hörfunk-)Medien etablieren können oder stehen in der Anfangsphase. Die Funktionsweise des dualen Mediensystems sowie der praxisnahe Erfahrungsaustausch mit dem privaten Hörfunk in NRW bilden daher zentrale Bausteine in den einzelnen Programmphasen.
Der politische und wirtschaftliche Transformations-Prozess ist in den Ländern der genannten Regionen weiter in der Entwicklung hin zu demokratischen Strukturen, hin zur Meinungsvielfalt.

- Berliner Rundfunk 91!4, 4. von links Detlef Noormann Geschäftsführer und Programmdirektor
Gerade im Hinblick auf die Erweiterung der Europäischen Union (2004) vermittelt das Programm "Antenne Deutsch/Land" für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den betreffenden Ländern einen zusätzlichen Erkenntniswert.
Interviews mit Goran Goic, Teilnehmer des Projekts, Petra Kochendörfer vom Auswärtigen Amt und Heidi Trappmann-Klönne vom Goethe Institut
Goran Goic
Was hat Sie bei Ihrem Besuch in Deutschland am meisten beeindruckt?
"Am meisten faszinierte mich die Besichtigung des Bundespresseamts. Es ist schon imponierend, mit welchem enormen Aufwand die Nachrichtenlage in Deutschland und weltweit verfolgt und analysiert wird, damit die Regierung und Parlamentarier stets auf dem neuesten Informationsstand bleiben oder umgekehrt ihre eigenen Botschaften in die Öffentlichkeit transportieren können."
Mit welchen Erwartungen kamen Sie nach Deutschland? Haben sie sich erfüllt?
"Mit hohen Erwartungen war unser Aufenthalt an der deutschen Hörfunkakademie in Dortmund verbunden. Rückblickend kann ich sagen: in den anderthalb Wochen wurden sie voll erfüllt und zum Teil sogar übertroffen. Mit Roman Loeber, Kristof Wachsmuth, Christian Pflug, Uschi Wienken und Alexander Maus hatten wir junge, dynamische und sehr engagierte Dozenten, die uns in Bezug auf das Radio-journalistische Handwerk und die moderne Produktionstechnik sehr professionell betreuten."
Welche Resonanz ziehen Sie aus dem Projekt "Antenne Deutsch/Land 2004?
"Insgesamt betrachtet, ziehe ich für mich eine uneingeschränkt positive Bilanz. Der Aufenthalt in Deutschland, die Kontakte und der Austausch mit meinen deutschen Kollegen und den Teilnehmern aus anderen Ländern mit ganz unterschiedlicher Kulturtradition und Medienlage hat mich persönlich wie fachlich bereichert. Ich fahre nach Kroatien zurück, mit der Hoffnung, möglichst viel von dem, was ich hier gesehen und gelernt habe, auch in Kroatien bei meinem Sender "Radio Postaja Split" anwenden zu können."
Petra Kochendörfer
Warum beteiligt sich das Auswärtige Amt an dem Projekt Antenne Deutsch/Land?
"Wir sind ja stark an der Entwicklung einer freien und demokratischen Presse- und Rundfunklandschaft interessiert in Ost- und Mitteleuropa. Weiterbildungsprojekte sind unserer Meinung nach das beste Mittel dafür. Wir setzen deshalb gerne bei Nachwuchsjournalisten an, weil sie noch nicht gefangen sind im sog. Alten, stereotypen Denken."
Wie sieht für Sie die Zwischenbilanz nach jetzt sechs Jahren Kooperation aus?
"Die Kombination von speziellem Deutschkurs, den Möglichkeiten der DeutschenHörfunkakademie und der Anknüpfungsmöglichkeiten an die lebendige Lokalradiolandschaft in NRW hat ganz maßgeblich zum Erfolg von Antenne Deutsch/Land beigetragen. Das ist genau die Mischung, die den Teilnehmern in ihren Heimatländern weiter hilft- und gelegentlich ja sogar stark karrierefördernd ist."
Beteiligt sich das Auswärtige Amt auch weiterhin an dem Projekt?
"Wenn Gelder zur Verfügung stehen, auf jeden Fall. Ich selbst finde, wir sollten bald ein "Alumni-Treffen" der ehemaligen Teilnehmer organisieren. Dann könnten Erfahrungen noch einmal ausgetauscht und Kontakte aufrecht erhalten werden."
Heidi Trappmann- Klönne
Warum beteiligt sich das Goethe-Institut an dem Projekt Antenne Deutsch/Land?
- Das "Antenne"-Projekt zwischen den drei Partnern (Auswärtiges Amt, Goethe-Institut, LfM) ist eine gelungene Verbindung von praxisorientierter Kultur- und Sprachvermittlung, und dies gehört zu den zentralen Aufgaben der Goethe-Institute im In- und Ausland. Über unser Institutsnetz in Ost- und Mittelosteuropa können wir gezielt junge Journalisten ansprechen und bei lokalen Medieninstitutionen für das Programm werben.
Wie sieht für Sie die Zwischenbilanz nach jetzt sechs Jahren Kooperation aus?
"Die Rahmenbedingungen der journalistischen Arbeit haben sich in vielen Ländern Mittel- und Osteuropas rasant verändert und das hat sich natürlich auch auf die berufliche Situation und die Erwartungen unserer Seminarteilnehmer ausgewirkt: Hier erworbenes Wissen lässt sich jetzt leichter auf die heimische Situation übertragen und so mancher Journalist kommt mit konkreten Arbeitsaufgaben von seinem Heimatsender und nutzt die Möglichkeit der Recherche vor Ort."
Beteiligt sich das Goethe-Institut auch weiterhin an dem Projekt?
"Auch wenn bei "Goethe" immer wieder der Rotstift umgeht: die sehr positiven Reaktionen der Seminarteilnehmer und die erprobte gute Zusammenarbeit der Partnerinstitutionen sprechen in jedem Fall für eine Fortsetzung von "Antenne Deutsch/Land".
Interviews: Alica Reffelmann





